Solarmontage in der Schweiz: Ein Überblick
Die Montage einer Solaranlage ist ein zentraler Schritt auf dem Weg zur eigenen Stromerzeugung. In der Schweiz haben sich in den letzten Jahren professionelle Standards und bewährte Verfahren etabliert, die eine sichere und langlebige Installation gewährleisten. Dieser umfassende Leitfaden erklärt alle Aspekte der Solarmontage.
Arten der Solarmontage
Aufdach-Montage
Die Aufdach-Montage ist die häufigste Installationsart in der Schweiz. Die Solarmodule werden auf die bestehende Dacheindeckung montiert, ohne diese zu entfernen. Das Montagesystem besteht aus Dachhaken, Tragschienen und Modulklemmen. Die Dachhaken werden unter die Ziegel geschoben und an den Sparren verschraubt, wodurch eine sichere Verbindung zur Dachkonstruktion entsteht.
Der Vorteil: Die bestehende Dacheindeckung bleibt intakt und schützt weiterhin vor Witterung. Die Module werden mit etwa 10-15 cm Abstand zur Dachfläche montiert, was eine ausreichende Hinterlüftung gewährleistet und die Modultemperatur niedrig hält.
Indach-Montage
Bei der Indach-Montage ersetzen die Solarmodule die Dachziegel und übernehmen die Wetterschutzfunktion. Diese Methode wird vor allem bei Neubauten und Dachsanierungen eingesetzt. Spezielle Rahmen und Dichtungssysteme sorgen für die Wasserdichtigkeit.
Flachdach-Montage
Auf Flachdächern werden die Module auf Aufständerungssysteme montiert. Die Befestigung erfolgt entweder durch Ballastierung (Beschwerung mit Betonsteinen) oder durch Verschraubung in der Dachkonstruktion. Moderne aerodynamische Systeme reduzieren die erforderliche Ballastierung erheblich.
Der Montageablauf Schritt für Schritt
- Gerüstaufbau: Sicherheitsgerüst um das Gebäude errichten (bei Schrägdach obligatorisch)
- Dachhaken setzen: Dachhaken an den Sparren befestigen, Ziegel wieder einsetzen
- Tragschienen montieren: Aluminiumschienen auf den Dachhaken ausrichten und befestigen
- Kabelverlegung: DC-Kabel verlegen und durch das Dach ins Gebäudeinnere führen
- Module montieren: Solarmodule auf die Tragschienen setzen und mit Klemmen fixieren
- Verkabelung: Module untereinander verbinden (Strings bilden)
- Wechselrichter: Wechselrichter im Gebäude installieren und anschliessen
- Netzanschluss: Verbindung zum Hausstromkreis und Zähler herstellen
- Inbetriebnahme: Anlage testen und in Betrieb nehmen
Zeitaufwand und Planung
Die reine Montagezeit für eine typische Einfamilienhaus-Anlage (8-12 kWp) beträgt 2-4 Arbeitstage. Hinzu kommen der Gerüstaufbau (1 Tag) und die Elektroinstallation (0.5-1 Tag). Insgesamt sollten Sie mit einer Woche rechnen.
Die Vorlaufzeit von der Auftragserteilung bis zur Montage beträgt in der Schweiz typischerweise 4-12 Wochen, abhängig von der Auftragslage des Installateurs und der Materialverfügbarkeit.
Qualitätsstandards und Normen
Die Solarmontage in der Schweiz unterliegt strengen Qualitätsstandards. Die wichtigsten Normen und Richtlinien sind:
- SN EN 62446: Anforderungen an Dokumentation und Inbetriebnahme
- NIV (Niederspannungsinstallationsverordnung): Sicherheitsvorschriften für elektrische Installationen
- SIA 232: Richtlinien für die Dachabdichtung bei Durchdringungen
- Swissolar-Richtlinien: Branchenstandards für die Solarmontage
Sicherheit bei der Montage
Die Arbeitssicherheit hat bei der Solarmontage höchste Priorität. In der Schweiz gelten strenge SUVA-Vorschriften für Arbeiten auf Dächern. Dazu gehören Gerüst oder Auffangnetze, persönliche Schutzausrüstung (PSA) und die Einhaltung der Absturzsicherungsvorschriften.
Auch die elektrische Sicherheit ist kritisch. Solarmodule erzeugen Strom, sobald Licht auf sie fällt – sie können nicht «ausgeschaltet» werden. Die Installateure müssen daher mit Gleichstrom unter Spannung arbeiten und entsprechende Vorsichtsmassnahmen treffen.
Montagesysteme im Vergleich
Es gibt verschiedene Montagesysteme, die sich in Material, Gewicht und Befestigungsart unterscheiden. Die gängigsten Systeme verwenden Aluminium-Tragschienen mit Edelstahl-Dachhaken. Premium-Systeme bieten höhere Lastreserven und einfachere Montage, sind aber etwas teurer.
Wartung nach der Montage
Eine professionell montierte Solaranlage benötigt nur minimale Wartung. Empfohlen wird eine jährliche Sichtkontrolle und eine Überprüfung der elektrischen Werte alle 3-5 Jahre. Die Reinigung der Module ist in der Regel nicht nötig – Regen übernimmt diese Aufgabe bei ausreichender Neigung.
Kosten der Montage
Die Montagekosten machen typischerweise 15-25% der Gesamtkosten einer Solaranlage aus. Für eine 10-kWp-Anlage bedeutet das Montagekosten von CHF 3’000-5’000 (im Gesamtpaketpreis enthalten). Komplexere Dächer mit Hindernissen oder steiler Neigung können höhere Kosten verursachen.
Den richtigen Installateur wählen
Die Wahl des richtigen Installateurs ist entscheidend für die Qualität der Montage. Achten Sie auf folgende Kriterien:
- Zertifizierung (z.B. Solarteur mit eidgenössischem Fachausweis)
- Erfahrung und Referenzen in Ihrer Region
- Mitgliedschaft bei Swissolar oder vergleichbaren Verbänden
- Garantieleistungen auf die Montage (mindestens 5 Jahre)
- Versicherungsschutz für Montagefehler
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