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Ausrichtung

Dachausrichtung und Solarertrag: Der wichtigste Faktor

Aktualisiert: Januar 2025 · 8 Min. Lesezeit

Die Ausrichtung Ihres Daches ist der entscheidende Faktor, wenn es um den Ertrag einer Solaranlage geht. In der Schweiz, wo die Sonne über den südlichen Himmel wandert, hat die Himmelsrichtung einen direkten Einfluss darauf, wie viel Energie Ihre Photovoltaikmodule produzieren können. Doch was genau bedeutet das für Ihr Dach?

Warum die Ausrichtung so entscheidend ist

Die Sonneneinstrahlung auf eine Dachfläche variiert je nach Ausrichtung erheblich. In der Schweiz erreicht die Sonne ihren höchsten Stand im Süden. Ein Dach, das exakt nach Süden zeigt, empfängt daher über den gesamten Tag die meiste direkte Sonnenstrahlung. Dies ist physikalisch bedingt und hat nichts mit der Qualität der Module zu tun.

Die Unterschiede sind messbar und wirtschaftlich relevant. Während ein perfekt nach Süden ausgerichtetes Dach als Referenzwert mit 100% Ertragspotenzial gilt, erreichen andere Ausrichtungen folgende Werte:

Süddach: Der Goldstandard

Ein nach Süden ausgerichtetes Dach ist der Traum jedes Solarinstallateurs. Die Module empfangen von morgens bis abends direktes Sonnenlicht, wobei die stärkste Einstrahlung über die Mittagszeit erfolgt. In der Schweiz bedeutet das typischerweise zwischen 1'000 und 1'400 kWh pro installiertem kWp und Jahr – je nach Standort und Höhenlage.

Besonders in den Sommermonaten zeigt ein Süddach seine volle Stärke. Die langen Tage von Mai bis August sorgen für Spitzenerträge, die eine schnelle Amortisation der Investition ermöglichen. Aber auch im Winter, wenn die Sonne tiefer steht, profitiert ein Süddach von der direkten Einstrahlung.

Ost-West-Belegung: Die clevere Alternative

Immer mehr Solarexperten empfehlen eine Ost-West-Belegung, besonders bei Satteldächern. Warum? Obwohl der Gesamtertrag um etwa 15-20% geringer ausfällt als bei einer reinen Südbelegung, bietet diese Konfiguration handfeste Vorteile.

Die Stromerzeugung verteilt sich gleichmässiger über den Tag. Während ein Süddach seine Spitzenleistung zur Mittagszeit erreicht, liefert eine Ost-West-Anlage morgens und abends mehr Strom. Das passt oft besser zum Verbrauchsprofil eines Haushalts, wo morgens und abends der meiste Strom benötigt wird.

Eine Ost-West-Belegung kann den Eigenverbrauchsanteil um bis zu 20% steigern – ein bedeutender wirtschaftlicher Vorteil.

Zudem können bei einer Ost-West-Belegung beide Dachseiten genutzt werden, was die installierte Gesamtleistung erhöht. Pro Quadratmeter Grundfläche kann so sogar mehr Energie erzeugt werden als bei einer reinen Südbelegung.

Nordausrichtung: Wann lohnt es sich trotzdem?

Grundsätzlich gilt ein Norddach als wenig geeignet für Solaranlagen. Der Ertrag liegt bei nur 50-60% im Vergleich zur Südausrichtung. Dennoch gibt es Szenarien, in denen auch ein Norddach in Betracht gezogen werden kann.

Bei sehr flacher Dachneigung (unter 15 Grad) ist der Unterschied zwischen Nord und Süd deutlich geringer. Zudem können Bifazial-Module, die auch Licht von der Rückseite aufnehmen, den Ertrag auf Norddächern verbessern. In Kombination mit sinkenden Modulpreisen kann sich auch ein Norddach in bestimmten Fällen rechnen.

Einfluss der Dachneigung auf die Ausrichtung

Die Dachausrichtung wirkt nie isoliert – sie steht immer in Wechselwirkung mit der Dachneigung. Ein steil geneigtes Dach (über 45 Grad) nach Süden ist weniger optimal als ein flach geneigtes Dach (20 Grad) nach Süd-West. Die Kombination beider Faktoren bestimmt den tatsächlichen Ertrag.

Für die Schweiz gelten folgende Faustregeln:

Wie ermitteln Sie die Ausrichtung Ihres Daches?

Die Ausrichtung Ihres Daches lässt sich auf verschiedene Weise bestimmen. Der einfachste Weg ist ein Blick auf eine Karte oder ein Satellitenbild. Google Maps oder die Swisstopo-Karte zeigen Ihnen die Himmelsrichtung Ihres Dachfirsts. Daraus lässt sich die Ausrichtung der Dachflächen ableiten.

Alternativ können Sie eine Kompass-App auf Ihrem Smartphone verwenden. Stellen Sie sich vor Ihr Haus und richten Sie das Smartphone senkrecht zur Dachfläche aus. Die angezeigte Himmelsrichtung entspricht der Dachausrichtung.

Für eine professionelle und präzise Analyse empfehlen wir unseren kostenlosen Online-Dachcheck. Basierend auf Ihrer Adresse analysieren wir Satellitenbilder und berechnen die exakte Ausrichtung aller Dachflächen.

Fazit: Jede Ausrichtung hat Potenzial

Die Dachausrichtung ist zwar der wichtigste einzelne Faktor für den Solarertrag, aber kein Ausschlusskriterium. Dank sinkender Modulpreise und verbesserter Technologie lohnen sich Solaranlagen heute auf den meisten Dächern – unabhängig von der Ausrichtung. Entscheidend ist eine professionelle Bewertung aller Faktoren zusammen.

Lassen Sie Ihr Dach von Experten analysieren und erhalten Sie eine fundierte Einschätzung, welcher Ertrag realistisch ist und ob sich die Investition für Sie rechnet.

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Kantonale Besonderheiten bei der Dachausrichtung in der Schweiz

Im Kanton Bern haben Gemeinden wie Thun und Biel eigene Förderprogramme, die unabhängig von der Dachausrichtung zusätzliche Beiträge an die Installationskosten gewähren. Hier kann sich eine Investition bereits bei einer Ost-West-Belegung mit Gesamtkosten ab CHF 14’000 innert 10 bis 12 Jahren amortisieren. Die Stadt Basel fördert Photovoltaik besonders grosszügig mit eigenen Programmen, die die Bundes-Einmalvergütung ergänzen. Im Tessin wiederum sorgt die südliche Lage und das mediterrane Klima dafür, dass selbst nach Westen ausgerichtete Dächer Erträge von über 1’100 kWh pro kWp erzielen. Bei der Bewertung Ihres Daches sollten Sie daher immer die regionalen Gegebenheiten berücksichtigen und sich über die spezifischen Fördermöglichkeiten in Ihrem Kanton informieren. Unsere Dachbewertung liefert Ihnen eine präzise Analyse inklusive regionaler Einstrahlungsdaten und aktueller Förderinformationen.

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